Schuluniform
Im Zusammenhang mit dem Schulwesen taucht sporadisch immer wieder die Diskussion über die Schuluniform oder Schuluniformen in Deutschland auf. Da wird kontrovers diskutiert, und nach einer Weile beruhigen sich die Diskussionspartner. In vielen Ländern ist bereits ein Bestandteil der Teilnahme an den staatlichen Schulen. Interessanterweise werden viele Kinder aus der Oberschicht in Deutschland nach den Ländern wie Großbritannien zur Schule geschickt, diese wohlhabenden Eltern haben aber kein Problem mit der Schuluniform, die allerdings eine Pflicht ist.

Veraltete Vorstellung von Schuluniform
Es wird über die Schuluniform oder Schuluniformen aus verschiedenen Aspekten diskutiert. Hier lassen sich die Argumentationen wie folgt zusammenfassen. Vorher definieren wir, ob unter dem Begriff „Schuluniform“ dasselbe verstanden wird, was der Autor hier meint.
Schuluniform ist eine einheitliche Bekleidung der Schüler in einer Schule. Diese Uniform kann auch in einem ganzen Land den Schülern gelten. Die Schuluniform ist hierzulande auch als Schulkleidung bekannt. Viele Länder haben die Schuluniform, wie etwa Großbritannien, Indien, Australien, Neuseeland, Zypern, Südafrika, in vielen privaten Schulen in USA und Canada, China, Vietnam, Thailand, Korea.
Juristisch dürfte in Deutschland keine Schule den Schülern vorschreiben, was sie anzuziehen haben. Aber wie bei vielen Fällen gibt es eine juristische Lösung. Die Schule vereinbart die Kleiderordnung mit den Eltern, und die Eltern als Erziehungsberechtigte ziehen ihre Kinder mit den Kleidervorschriften der Schule an.
In den Diskussionen kommt der wirtschaftliche Aspekt in Betracht. Die Kosten dieser Kleidungen sollen hoch sein. Wenn jemand so argumentiert, ist hier natürlich zu fragen, ob andere Kleider der Kinder kostenlos oder billig wären. Obwohl die Kinder ca. 8 Stunden jeden Tag tragen, ist schon merkwürdig, wenn die Schuluniform als etwas Zusätzliches verstanden wird. Betriebswirtschaftlich gesehen kann die Schuluniform nicht teuer sein, denken wir einmal an die Fluggesellschaften, die Mitarbeiter dieser Firmen haben Uniformen, zum Teil recht “umwerfend” und nicht “teuer”.
Die geschlechtspezifisch vorgeschriebenen Rollen für Jungen und Mädchen würden durch Schuluniform in einer traditionalistischen Weise unsere Gesellschaft ausprägen. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Kritiker alte Schuluniformen vorstellen, die eher in einem böse-Stiefmutter-Film vorkämen, aber wir können uns heutzutage wohl sehr kreative vielfältige Kollektionen als Schuluniform vorstellen. Ein wenig Geschmack, zum Teil Phantasie, dann ist das Problem gelöst.
Manche Kritiker behaupten, dass die Schuluniform die Individualität der Kinder einschränke und die Entfaltung der Kinder gefährdet sei. In unserem Zeitalter, in dem die Kleidungen der Kindern eher aus dem Deutschen Roten Kreuz besorgt werden, oder die Eltern hauptsächlich die Kinderklamotten bei Aldi und Lidl kaufen, oder kopierte Version von Marken auf den Flöhmärkten in Deutschland gekauft werden, …. usw. ist keine realistische Einschätzung der Entfaltung der Individualität der Kinder. Und selbst wenn durch soziales Umfeld die individuelle Entfaltung eines Kindes von seinen Klamotten abhängt, müssen wir eine Veränderung ins Bewußtsein rufen. Noch interessanter ist, dass solche Kinder i. d. R. von einer vermeintlichen Schuluniform nicht betroffen sind, da sie sowieso in eine Privatschule gehen. Wenn dies auch nicht der Fall ist, ist das die richtige Lösung, die Mehrheit der Kinder und der Jugendlichen aus dem Psychoterror der Marken nicht zu befreien.
Eine wissenschaftliche Studie, die sich mit diesem Thema beschäftigt hat, ist die Arbeit von Prof. Oliver Dickhäuser (1). Dickhäuser hat eine Schule mit Schuluniform in Hamburg mit einer anderen vergleichbaren ohne Schuluniform untersucht. Die Schuluniform besteht aus einem blauen Pullover, oder wetterbedingt einem T-Shirt mit dem Logo der Schule. Dickhäuser ist zu fundierten Kenntnissen gekommen. Die Thesen von Dickhäuser stammen aus dem Ergebnis der beantworteten Fragebögen durch Kinder und Jugendliche. Das soziale Miteinander-Leben in Klassen hat sich in der Schule mit der Schuluniform verbessert In Klassen der Jugendlichen herrscht „ein besseres Sozialklima“ und die Kinder konzentrieren sich mehr auf die Lerninhalte. Die Schüler entwickeln ein anderes Selbstbewusstsein für die Marken und wird ihre persönliche Werteschätzung nicht durch soziale Unterschiede so einfach beeinträchtigt. Der Psychologe setzt das Einverständnis der Kinder und Jugendliche als eine wichtige Bedingung des Erfolges voraus. Hier sind die Erzieher und Eltern gefragt.
Das wäre recht naiv, wenn wir glauben, dass der soziale Schulfrieden mit einheitlichen Klamotten gewährleistet ist, aber dennoch ist die Schuluniform ein positiver und wirksamer Schritt.
Altmodische Schuluniformen!
Die Schüler mit Uniform entwickeln ein gemeinschaftliches Gefühl. Vom Äußeren kann die soziale Herkunft nicht erkannt werden. Nach der Forschung Dickhäusers bringt mit sich die Schuluniform etwas anderes, die Marken lösen nicht mehr oder kaum die gewünschten Effekte aus.
Die Schüler in Schuluniform sind nicht mehr Opfer des Gruppenzwangs, was die Markenkleider betrifft. Im Laufe des Groß-Werdens der ehemaligen Kinder und heutigen Jugendliche werden sie zu den starken zukünftigen Konsumenten geformt, die steuerbar sind und ihr Konsum manipulierbar ist. Es genügt, wenn man die Werbungen untersucht, die die Kinder als Zielgruppe vor Augen haben. Das, was den Erwachsenen und ihrem Konsum gilt, gilt auch den Kindern in einer zweifachen Stärke, zumal die Kinder wohl wissen, einen iPod, coole Turnschuhe, … etc. zu haben, sind die gesellschaftliche Anerkennung und Aufmerksamkeit der anderen Kinder vorgeplant. Nicht zuletzt wird die Schuluniform als ein Diktat verstanden, wobei die Mode viel raffinierter sich durchsetzt und die vorgefertigten Entscheidungen diktiert. Über Design der Schuluniformen kann mit den Modemachern und Künstlern diskutiert werden.
Die Schüler mit Uniform entwickeln in ihrer Schulsozialisation eine stärkere Identifikation mit ihrer Schule. Das Symbol dieser Identifikation tragen die Schüler mit sich, nämlich ihre Schuluniform.
Weitere Informationen:
(1) Über Prof. Dr. Oliver Dickhäuser siehe seine Website: http://paed-psych.uni-mannheim.de/unser_team/prof_dr_oliver_dickhaeuser/index.html
