Moderne
Wahrlich ist eine Diskussion über die Moderne recht kompliziert. Würden wir wie der deutsche Philosoph Jürgen Habermas denken, dann ist die Moderne ein „unvollendetes Projekt“. Die Moderne steht der Tradition gegenüber und ursprünglich gegen die Antike und im politischen Sinne Ancien (Französisch: Vergangen). Die Moderne stammt aus dem Latein modernus (übersetzt: neu) mit Adverb modo (übersetzt. Eben jetzt). Später wurde im Zuge der Französischen Revolution als Gegensatz zu dem alten Regime verwendet. Die Moderne hat auch philologische Verwandtschaft mit Mode, Modernismus, Modernität und sinnesverwandt mit dem Forschritt. In der Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte versteht man als eine ästhetische Epoche.
Über den Beginn der Moderne gibt es zahlreiche Publikationen und Streitigkeiten, besonders aus dem historischen Blickwinkel. Ohne sich in Details zu verlieren, können wir festhalten, dass im 15. Jahrhundert der westlichen Zeitrechnung die Erneuerung oder Renaissance begonnen hat. Die Renaissance kurz dargestellt, ist Wiedergeburt der Gedankengut der Antike, also die Befreiung aus der christlich-kirchlichen Dogmen. Der Protestantismus hat das religiöse Gesicht des Glaubens geändert und das religiöse Machtmonopol vom Vatikan verneint. Die Industrialisierung hat Mitte des 18. Jahrhunderts mit gravierenden ökonomischen Folgen begonnen. Am Ende des 18. Jahrhunderts war die Französische Revolution. Neue Bedeutung hat das Individuum dem Menschen verliehen, nun ist der Mensch als soziales Lebewesen ein Individuum. In der Moderne handelt der Mensch emanzipatorisch, diese Emanzipation ist gleichwohl die Befreiung wie auch Verhängnis, denken wir an die Beherrschung der Natur, wo der Mensch sich vom natürlichen Zwang befreit, verfesselt sich selbst gleich in Fortschritt. Nicht nur sind die Menschen Individuen geworden, sondern die territorialen Staaten sind Nationalstaaten geworden, die ehemaligen Einwohner in einem Territorium sind die Bürger des Staates und dieser Staat definiert sich wiederum auch über seine Bürger. Hier gibt es natürlich große Unterschiede zwischen Nationalstaaten, eine setzt aus Vorfahren und Volkszugehörigkeit, anderer auf die Bürger, die arbeiten.

Die Moderne wird von zwei Seiten angegriffen: Traditionalistisch und Postmodern. Hier möchten wir nicht uns in diese Debatte weiter vertiefen, denn unser Beitrag möchte zu dem Kern also Schulwesen kommen. Traditionalisten, wenn nicht ideologisch agieren, dann mindestens übersehen, dass die Traditionen auch durch andere Traditionen im Laufe der Menschheitsgeschichte ersetzt worden sind. Die menschliche Entwicklung setzt den Wandel in Traditionen voraus.
Auf der anderen Seite geht die Postmoderne von einer Epoche aus, die noch nicht abgeschlossen ist. Es liegt keine Anzeichen oder der Übergang zu anderen Epochen vor. Dass die Anhänger der Postmoderne eher mit der Literatur oder Kunst den beginn einer neunen Phase begründen wollen, rechtfertigt nicht diese Behauptung auch im sozialen und politischen Bereich. Man darf nicht vergessen, dass die Modernität keinen Anspruch auf die ewige Standhaltung hat, denn modern ist vergänglich. Alles was modern ist, soll nicht gut heißen, zwei große Kriege in Europa waren auch Komponenten der Moderne.
Demokratie(n)
Ein Rechtsstaat muss demokratisch sein, ohne Demokratie kann kein Rechtsstaat existieren, aber was ist die Demokratie? Welche Formen gibt es? Leben wir in einer Demokratie oder nur teilweise demokratisch? Diese Fragen scheinen sehr einfach bis zum vulgär, aber in der Tat sind solche Fragen tiefgreifend verankert in den gesellschaftlichen Formationen zu beantworten.
Demokratie besteht aus zwei griechischen Wörtern: δῆμος [dÄmos] „Volk“ und κρατία [kratía], „Herrschaft“, wie etwa Volksherrschaft, in der Antike waren nur die männlichen Bürger in der griechischen Polis das Volk. Die Demokratie hat nun verschiedene Akzente angenommen, daher sprechen wir von Demokratien. In Deutschland ist die Demokratie eine Säule des Staates und der Verfassung überhaupt.

Nicht nur die Mehrheit ist die erste Eigenschaft einer möglichen Demokratie, sondern die Wahl der Staatsbürger als der Äußerungsweg dieser Bürger muss allgemein, gleich, frei und geheim sein. Die Demokratie setzt natürlich die Grundrechte, wie Meinungsfreiheit voraus. Und ein Staat ist dann demokratisch, wenn er souverän auf seinem Territorium ein Volk hat, und das Volk besteht aus Bürgern des Staates und sie haben das Recht, um die Akteure der Exekutive und Legislative zu wählen. Man könnte zum Schluss sagen, ein demokratischer Staat lässt seine Regierung ohne Nasenblutung stürzen. Die Demokratie resultiert sich aus der Annahme des Naturrechtes und den Menschenrechten. Nach der Auffassung Aristoteles ist die Demokratie diejenige Staatsform, die alle Herrscher sind, und diese Alle sind die Armen. Für Aristoteles ist die Freiheit die Grundlage der Demokratie. Mit dem Staatswesen und der Demokratie hatte sich Platon der Lehrer Aristoteles auch beschäftigt. In der Moderne wurde der Begriff Demokratie besonders von Jean-Jacques Rousseau in seinem Du contract Social vertragstheoretische Aspekten der Demokratie hervorgerufen. Bei Rousseau sind die Herrscher gleich auch die beherrschten und aus dem Gemeinwillen ergibt sich Volkssouveränität. John Locke und Charles Montesquieu betrachten den demokratischen Staat durch seine Gewaltenteilung. Die Gründung von House of Commons im 13. Jahrhundert ist die Epochemacher in der Demokratisierung, denn das Parlament wird zu einem Merkmal der Demokratie. Das erste Parlament entstand in seiner modernen Form unter dem König von Engeland Wilhelm, Bill of Rights wurde 1789 verfasst und damit Immunität, finanzielle Unabhängigkeit und das recht auf Mitgliederversammlungen ohne königliche Zustimmung für das Parlament wurden eingeräumt. Hier darf nicht außer acht gelassen werden, dass die demokratisierten Länder Europas von Eliten regiert werden, die bereits im Mittelalter dem Adeln oder Klerus oder später Grossbürgertum angehören. Diese Herkunft ist die Herausforderung unsrer Epoche gegenüber der Demokratie, denn die Demokratie hat eine Überlebenschance, solange sie finanzierbar ist. Die Weimarer Republik war die erste demokratische Staatsform auf dem Deutschen Territorium. Das Phänomen der Weimarer Republik ist schon historisch sehr wichtig, denn sie beweist, wie eine Republik sich von der Demokratie verabschiedet und weiter in der republikanischen Form ein beispielloses totalitäres Regime wird. Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht nur eine Demokratie nach dem NS-Regime, sondern eine föderale Republik. Alle diese Eigenschaften dieser Republik formen andere Lebensbereiche, vor allem das Schulwesen.
Der Lobbyismus ist der moderne Feind der parlamentarischen Demokratie. Er ist eine Gefahr gegen die Demokratie und ebenso eine gegen das Wesen des Parlaments. Der Rückkehrschluss ist, dass die Kinder und Jugendlichen keine Lobby haben, deswegen werden ihre Interessen nicht mit Macht und Nachdruck vertreten. Die Demokratie hat verschiedene Formen, die zum Teil das Wesen der Demokratie verändern, kaum ist ein anderes politisches System so facettenreich wie die demokratisches, aber gleich wie sie gestaltet worden sind, müssen alle selben Eigenschaften, Kriterien und Funktionen haben. Oft wird die Demokratie mit Republik oder auch mit Rechtsstaat verwechselt. Im Grunde genommen wird diese Verwechselung durch die gemeinsamen Funktionen der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verursacht, denn Freiheit und Sicherheit der Bürger müssen erreicht und sorgfältig beaufsichtigt werden, durch Wahl und Gesetz, dennoch ist das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit das Fundament für diese Funktionen. Die Demokratie an sich bedeutet keine Garantie für den Schutz der Minderheiten vor der Mehrheit, auf der anderen Seite lebt die Demokratie von Meinungsunterschieden und Vielfältigkeit der Interessen. Nicht selten wird angenommen, was rechtmäßig ist, soll auch gerecht sein und viel mehr irritierend demokratisch soll, was keineswegs der Fall ist.
Die Kritiker der Demokratie beziehen sich hauptsächlich auf die Irrationalität der unwissenden Wähler, wirtschaftlich uneffiziente Funktionalität der Demokratie. Wieweit diese Kritik der zutreffende Fall ist, ist jedoch unterschiedlich. Hier lässt sich fragen, was man an der Stelle der Demokratie installieren könnte, die Antwort ist in unserer Geschichte plausibel, ohne Demokratie führt der Weg in die Barbarei und ebenso wie die nicht finanzierbare Demokratie.
(… weiter)