Kein Land kann von sich demokratische Ansprüche behaupten oder davon ausgehen, dass die gesellschafts-politischen Verhältnisse des Landes auf Demokratie aufgebaut worden sind, aber gleich keine Demokratie in ihrem Schulwesen herrscht. Angenommen, wäre dies der Fall, werden massiv kontroverse Gesellschaftserscheinungen diese Gesellschaft begleiten, die gleichwohl in welcher Form ins Licht rücken, bringen mit sich keinen sozialen Frieden und die Zufriedenheit der Bürger. Im Gegenteil vergrößert sich die Kluft zwischen der Unterschicht und der Oberschicht.
Wenn eine demokratische Gesellschaft trotzdem an Mängeln der demokratischen Strukturen im Schulwesen leidet, wird diese Gesellschaft früher oder später sich in eine Kastengesellschaft umwandeln. Das Ergebnis ist eher Gewalt, gegen Menschen gerichtet Städteentwicklung und nicht zuletzt Armut in Bildung.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratisches land und genießt die demokratischen Verhältnissen auf der Basis der demokratischen Strukturen, was allerdings nicht demokratisch gesteuert und geführt wird, ist das Schulwesen. Dieses Phänomen kann sich kein demokratisches Land auf Dauer leisten. Würden sich diese undemokratischen Strukturen im Schulwesen fortsetzen, würden diese Miseren aus den Konten der Demokratie und der Bildung abgebucht.
In diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, die undemokratischen Verhältnissen, Strukturen und die gravierenden Folgen im Schulwesen aufzuzeichnen und die diskursive Alternative darzustellen.
1) Zentralisierung der Verwaltung
In einem Blog-Beitrag haben wir bereits über demokratischen Strukturen mit Ergänzung des föderalen Systems in Deutschland diskutiert. Nun sollen wir uns damit beschäftigen, wie weit der Föderalismus in unserer Zeit im Schulwesen demokratisch wirkt, ob die Demokratie den Gegenteil der Zentralisierung der Verwaltung im Schulsystem bildet oder genau umgekehrt die Zentralisierung der Verwaltung ist mehr demokratisch denn je.
Die Idee des Föderalismus ist nach der Beseitigung des Nationalsozialismus in Deutschland entstanden, um die Demokratie in West Deutschland zu etablieren. Deutschland hat sich positiv im halben Jahrhundert weiterentwickelt. Man könnte sagen, dass aus dem heutigem Deutschland genauso die Gefahr der Rechtsradikalen und Nazis ausgeht wie von vielen anderen demokratisch-europäischen Ländern. Es mag sein, dass in einem föderalen Land die Entscheidungen nach den lokalen oder regionalen Interessen zustanden kommen, aber trifft dies auch das Bildungswesen und die Schule?
Die Zentralisierung der Verwaltung bedeutet nichts anderes als eine Republik, ein Bildung. Warum müssen alle Bundesländer ihr eigenes Bildungsministerium haben? Sind die Entscheidungen über Schulwesen regional bedingt? Kaum kann jemand heutzutage ernsthaft meinen, dass die Mehrzahl dieser kostenspielerischen Ministerien die Förderung und die Gewährleistung der Demokratie bedeutet. Diese Ministerien sind bürokratische Verwaltungsapparate, die im Sinne der lokalen Machtverhältnisse instrumentalisiert werden und dementsprechend fungieren. In dem heutigen Deutschland wird keine Gefahr der Demokratie oder der Freiheit drohen, wenn man die Bildung aus dem Föderalismus ausnimmt. Nach einer Zentralisierung der Verwaltung sind die jetzigen Ministerien eher regionale Direktionen, die genau dasselbe tun wie heute, nur sie sind nicht mehr der Macht im jeweiligen Bundesland unterordnet.
Die Zentralisierung der Verwaltung entzieht die politische Macht den lokalen Fürsten, im Gewande des Landesministerpräsidenten. Dazu kommen auch zahlreiche Angestellten bzw. Beamten ohne operative Aufgaben, da das Schulsystem unter großem Personalengpass seit Jahrzehnten bundesweit leidet und eine chronische Erscheinungsform geworden ist, lässt sich diese Personalinflation sehr gut ausnutzen, und diese „Akkumulation“ sinnvoller einsetzen.
Die historische Erfahrung mit dem Nationalsozialismus wird natürlich alarmieren, dass aus dieser Zentralisierung die Gefahr gegen Kreativität, Innovation, u. ä. ausginge. Diese Aussage hat mehrere Schwierigkeiten, zum einen handelt es sich um die Verwaltung des Schulwesens und nicht die Schule, zum anderen das hiesige und jetzige Schulsystem und dem zufolge das Universitäre die Flucht der Spezialisten verantwortet, in diesem Falle kann diese Behauptung nicht gelten, dass dieses System auf Kreativität, Innovation, u. ä. fördernd auswirkt. Die Zentralisierung der Verwaltung ist auch gleich eine Befreiung aus der Stadtstaatenaffäre, die immer noch tief im politischen Geschehen verwurzelt ist.
